Sonne über Kongo

                                                                        

Demokratische Republik Kongo.

Video: https://youtu.be/Ra0u3S7t4wg

Die demokratischen Republik Kongo, seit 1960 unabhängig, ist ungefähr 6.5-mal so groß wie Deutschland. In ihr leben cirka 71 Millionen Menschen, davon cirka 8.5 Millionen alleine in der Hauptstadt Kinshasa. Die Bevölkerung besteht aus 250 Volksgruppen mit 200 verschiedenen Sprachen. Amtssprache ist Französisch. Der Kongo, von dem das Land auch seinen Namen hat, ist 4374 km lang. Bei der Kolonialisierung des Landes spielte der in Dienste des belgischen Königs Leopold II stehende Henry. M. Stanley eine sehr fragwürdige Rolle. Mit Hilfe von Überredungskunst und Feuer-Waffen gelang es ihm, 400 höchst fragwürdige Verträge, mit des Lesen und Schreibens unkundigen, Stammesfürsten abzuschließen. Die Berliner Kongo-Konferenz 1884 besiegelte endgültig das Schicksal Afrikas. Es wurde stillschweigend bestätigt, dass „Macht vor Recht“ geht. Siehe Internetlink: www.kongo-kinshasa.de Es gab jetzt nur noch gut durchdachte und organisierte Ausplünderung der afrikanischen Länder.  Kindern und Erwachsenen, die nicht genügend Kautschuk ablieferten, die Hände abgehackt. Anfang 1959 zog sich Belgien, unter dem Druck der Weltöffentlichkeit, aus dem Kongo zurück und hinterließ ein Chaos. Patrice E. Lumumba, erster Ministerpräsident der jungen, demokratischen Republik Kongo, sagte bei seiner Antrittsrede unter anderem: „ Wir werden mit euch zusammenarbeiten, aber nicht vergessen. Wir haben Ironien, Beleidigungen und Schläge erlebt, die wir morgens mittags und abends erleiden mussten, nur weil wir Neger waren". Nach 18 Monaten Regierung putschte sein Assistent Joseph Mobutu mit Unterstützung der USA gegen ihn und errichtete eine der längsten und grausamsten Diktaturen in der Geschichte Afrikas. Der Name des Landes und des Flusses wurde von ihm in Zaire geändert. Lumumba wurde unter Mithilfe der USA-Botschaft 1960 in Kinshasa verhaftet und 1961 ermordet. 1997 wurde die brutale Gewaltherrschaft Mobutus beendet. Am 28.5. 1997 wurde Laurent-D. Kabila zum Staatspräsidenten vereidigt und der Name Kongo wieder eingeführt. Mit seinem Amtseintritt war die Hoffnung für einen Neuanfang und einen dauerhaften Frieden des Landes aufgekommen, die sich sehr schnell als großer Trugschluss erwies. Massaker und Vergewaltigungen standen an der Tagesordnung. Unter den viele Millionen zählenden Opfern befanden sich auch sehr viele Kinder. Am 16. 1. 2001 wurde L.-D. Kabila ermordet und sein Sohn Joseph Kabila trat die Nachfolge an. Er versprach freie demokratische Wahlen und wurde am 6.12. 2006 mit 59.05 % der Stimmen als Staatspräsident vereidigt. Die beim Amtsantritt seines Vaters aufgetretene Hoffnung auf einen Neuanfang und einen dauerhaften Frieden scheinen unter seiner Regierung endlich langsam in Erfüllung zu gehen. Bedingt durch die andauernden Bürgerkriege und die korrupte und skrupellose Ausbeutung des Landes ist die medizinische Versorgung total zusammengebrochen. Ärzte ohne Grenzen, einige kirchliche Organisationen und die Kristoffel-Blindenmision versuchen langsam wieder ein funktionierendes Gesundheitssystem aufzubauen, doch der Weg zu diesem Ziele ist noch sehr weit.